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Aus der Apotheke Gottes


Seit einigen Jahren bereits befindet sich neben unserer Kirche ein kunstvoll angelegter und liebevoll gepflegter Kräutergarten. In der Tradition der alten oft abgeschiedenen Klostergärten dient er dazu, uns allen neue, in Wirklichkeit aber uralte Kenntnisse zu Heilkräutern zu vermitteln und uns ihre Nutzung zu lehren.


Über viele Jahrhunderte waren die Klöster die Träger des Wissens um die Heilkraft aus der Apotheke Gottes. Bis heute sind viele Biologen und andere Naturwissenschaftler damit beschäftigt, mühsam auf chemischem Wege jene Stoffe nachzuweisen, von deren Wirkung die Menschen und Gläubigen früherer Jahrhunderte aus eigener langer Anschauung schon zu berichten wussten.


Ebenso sind die Bücherregale voll vom gesammelten Wissen geistlicher Menschen wie der Äbtissin Hildegard von Bingen, die mit ihren Einsichten in die Wirkung und Nutzung von Heilkräutern den Menschen heutiger Tage eine wahrhafte Lehrmeisterin ist.


In dieser guten Tradition steht auch der Heilkräutergarten unserer Kirche: Er wird einerseits von Menschen genutzt, dient andererseits aber vielen auch zur Information. Vor allem aber  ist er ein Baustein, der uns hilft, die vielfältige Begleitung unseres Lebens durch Gott noch besser zu entdecken.


Stellvertretend für die große Vielfalt unseres Kräutergartens stellen wir Ihnen hier in kurzen regelmäßigen Abständen einzelne Kräuter vor und verbinden damit die herzliche Einladung, Gottes Apotheke selbst aufzusuchen.


Der Waldmeister


Der Waldmeister


Der Waldmeister
Galium odorata
Leberkraut, Waldtee



Vorkommen: schattige Laub- und Mischwälder



Beschreibung:
Der vierkantige Stengel wird 10 - 25 cm hoch. An ihm stehen je 6 - 9 Blätter in Quirlen.

Die Blätter sind lanzettlich, am Rande rau, dunkelgrün, flach und dünn. Sie vergilben im Sonnenlicht.

Die Blüten bilden eine lang gestielte Trugdolde. Sie sind weiß, trichterig und vierzipfelig.

Die Frucht ist ein halbkugeliges, mit hakenförmigen Borsten besetztes Nüsschen.

Der ausdauernde, kriechende Wurzelstock ist stark verzweigt. Blüten und Blätter duften stark.

Sammelgut: Kraut   nur vor der Blüte !!

Sammelzeit:
Mai - Juni

Hauptgebrauch: Beruhigung


Anwendung und Wirkung:

Waldmeister wirkt leicht beruhigend, sowie erweiternd auf die peripheren Gefäße. Er wird als Tee zur Beruhigung, selten bei peripheren Durchblutungsstörungen verwendet.

In der Volksmedizin wird Waldmeister häufig angewendet. Der Tee stärkt das Herz und das Gedächtnis, wirkt beruhigend bei unregelmäßiger Herztätigkeit, reinigt das Blut, treibt den Harn, löst Krämpfe, hemmt Entzündungen und wirkt antiseptisch, anregend und leicht schweißtreibend. Größere Teemengen führen zu Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen.

Der Tee wird bei Leberstauungen, Gelbsucht, Milzleiden, Leibschmerzen, Harnbeschwerden, Grieß- und Steinbildungen in Nieren und Blase, bei Wassersucht, Schlaflosigkeit und Schwermut empfohlen. Die Waldmeisterbowle fördert die Verdauung, wenn davon 1 Glas nach dem Essen getrunken wird.

Zubereitungen:

1. Tee-Ansatz:
2 Teelöffel Kraut in 2 Tassen Wasser 8 Stunden ansetzen (auch. brühen ist möglich). Man trinkt die Menge tagsüber schluckweise.

2. Bowle: 20 g frische Blüten und Blätter 2 - 3 Stunden in 1 Liter gezuckertem Weißwein ansetzen. Abseihen, frische Erdbeeren hineingeben, nach weiteren 2 Stunden je nach Geschmack Sodawasser oder Schaumwein zufügen, anrichten.

3. Haustee: Je 1 Teil Waldmeister, Erdbeer-, Himbeer-, Brombeerblätter, und Apfelschalen mischen. 1 - 2 Teelöffel Mischung mit 1 Tasse Wasser brühen.

4. Mischtee gegen Nervosität: Je 2 Teile Melissenblätter, Apfelschalen und je 1 Teil Waldmeister, Rosmarin, Hopfenblüten, Baldrian und Anis mischen. 1 Esslöffel Mischung mit 1 Tasse Wasser brühen. Man trinkt abends 1 Tasse warm.

5. Mischtee gegen Schlaflosigkeit: 3 Teile Baldrian, je 2 Teile Schafgarbe, Hopfenblüten, Waldmeister und je 1 Teil Pfefferminze und Dillsamen mischen. 1 Esslöffel Mischung mit 1 Tasse Wasser brühen, vor dem Schlafengehen lauwarm trinken.









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