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Gott ist Herr über Leben und Tod


 

 

 

Der Tod von Pfarrer Ludwig Hoffmann ist für die Menschen in Bielefeld ein großer Verlust. In der Pfarrei Heilig Geist hat er die längste Zeit seines priesterlichen Wirkens verbracht. Sechzehn Jahre feierte er Gottesdienste, gab Impulse, begleitete seelsorglich und wurde von vielen Gläubigen wegen seiner bescheidenen, liebenswürdigen und barmherzigen Ausstrahlung geschätzt.

Gott, dem er sein Leben schenken wollte und an den er mit all seinen inneren Kräften glaubte, hat ihn nun gerufen. Er gebe ihm das Leben in der ewigen Freude!

 

 

 

 

 

 



Information:  das Grab von Pfr. Hoffmann ist auf dem Gadderbaumer Friedhof, Martiniweg


Was Pfr. Hoffmann im Rückblick des Lebens wichtig war - aus einem Interview mit ihm vor wenigen Monaten:

 

Herr Pfarrer Hoffmann, Sie haben als Religionslehrer in Lippstadt und Bielefeld unterrichtet, Sie haben Religionslehrer ausgebildet, waren über elf Jahre Pfarrer von Jodokus, acht Jahre Dechant in Bielefeld, Sie sind Domkapitular und haben über Jahre eine Mitverantwortung getragen für den Dom und etwaige neue Bischofsernennungen, Sie kennen als Sauerländer, der immer mit einem Teil seines Herzens in Bigge geblieben ist, sowohl die dörflich-ländliche wie die städtische Wirklichkeit. Sind Sie auch nach 60 Jahren weiterhin gerne Priester?

 

Ja, ich bin gerne Priester! Aber ich möchte nicht einfach nur „Ja" sagen. Denn hinter dieser Antwort verbirgt sich ein Weg, der auch ein Auf und ein Ab kennt. Die Freude, Priester zu sein, hat sich dabei durchgehalten. Und als Priester
darf ich mit so vielen unterschiedlichen Menschen zusammen kommen, dass diese Begegnungen selbst einen alten Menschen jung halten!

 

Welche Verkündigungsanliegen waren Ihnen in all den Jahren besonders wichtig?

 

Ich habe mir zu meiner ersten Heiligen Messe den Primizspruch gewählt: „Wir sind nicht Herren über euren Glauben, sondern Helfer zu eurer Freude" (2 Kor 1,24). Solch ein Satz ist recht leicht ausgesprochen, die Verwirklichung ist nicht ganz so leicht, sie gelingt auch nicht immer. Eine Frohe Botschaft zu den Menschen zu bringen, war mir auf jeden Fall immer sehr wichtig. Ich habe auch immer ausdrücken wollen: Wer die christliche Botschaft ernst nimmt, hat wirklich Grund zur inneren Freiheit und zu Freude. Durch Jesus sind uns Möglichkeiten gegeben, unser Menschsein tiefer zu verwirklichen.
So etwas Menschen auch trotz meiner eigenen Beschränktheiten nahe zu bringen, ist mir ein ganz wesentliches Anliegen.


Sie waren 11 Jahre lang Leiter des Theologenkonviktes, der Ausbildungsstätte für Priester in unserer Diözese. Bis heute stehen Sie mit sehr vielen Priestern in regem Kontakt. Was würden Sie heute jungen Menschen sagen, die an geistlichen Berufen interessiert sind?

 

Mir war immer wichtig, den Kandidaten zu sagen, dass sie sich vor Klerikalismus hüten müssen. Sie sind nicht etwas Besonderes, erst recht geht es nicht darum, andere von oben zu betreuen. Denn es gilt meiner Ansicht nach auch heute: Junge Menschen, die Priester werden möchten, müssen zunächst einfach Menschen sein! Sie sollen menschliche Erfahrungen sammeln und verarbeiten. Sie müssen lernen, andere in ihrem Menschsein ernst zu nehmen - so unterschiedlich sie auch sein mögen. Aber sie sollten sich auch der Aufgabe stellen, durch ihre Verkündigung Menschen weiter zu führen zu einem vertieften Menschsein.
Ich habe als junger Mensch bei der Arbeit im Sägewerk oder als Student im Bergbau viele Erfahrungen über das Leben und die Lebensverhältnisse anderer gesammelt und auch der gute Ausgleich wie Sport – bei mir früher vor allem die Leichtathletik und das Skifahren – gehört zu einer guten Lebenskultur hinzu.

 

Was gehört für Sie über die Zeit betrachtet zu den bedeutsamsten Erneuerungen der Kirche?

 

Ich denke noch mit Freude an die Eröffnung des II. Vatikanischen Konzils 1962 zurück, das für mich auf meinem langen Weg als Priester zu den bedeutsamsten Erneuerungen gehört.
Innerlich war dieses Konzil dann der Aufbruch, der uns vorher als Frage bewegt hatte: Wie kann die Kirche die Fragen unserer Zeit bestehen, wie kann sie Antwort geben? Nach meiner Meinung hat sie es damals im Rahmen ihrer Möglichkeiten getan und es bleibt unsere Aufgabe, diese Antwort in das Leben der Menschen zu übersetzen. Wir haben sicher nicht alle Fragen und Sorgen von Menschen ausreichend ernst genommen, gerade auch Fragen von Älteren und in festen Formen Denkenden. Aber es war uns wichtig, dass die Kirche Antwort gibt auf die Fragen der neuen Generationen. Ohnehin braucht die Kirche immer wieder viel Zeit um das umzusetzen, wozu sich die Vorausdenkenden entschieden haben. Damit sind wir noch nicht fertig und werden wir auch nie fertig.

 

Herr Pfarrer Hoffmann, Sie waren geistlicher Begleiter der katholischen Jugendorganisation Neues Deutschland, junge Menschen lagen Ihnen immer am Herzen. Sie hatten einige Semester Jura studiert und später ein ganzes Geschichtsstudium angefügt, Sie haben selbst an Schulen unterrichtet – also ist Bildungsqualität Ihnen ein wichtiges Anliegen. Und nun sind Sie schon seit 15 Jahren im Ruhestand als erfahrener Seelsorger im Westen Bielefelds tätig – Menschen wählen oft das Wort „Weisheit", wenn sie von Ihnen sprechen und sind Ihnen auf jeden Fall überaus dankbar für Ihr Hiersein und Wirken. Gibt es etwas, was Sie heutigen Christen gerne sagen möchten?

 

Ihnen und mir selbst möchte ich gerne sagen: Sucht das Gespräch, stellt euch den Fragen, die euch heute angehen! Sucht das Gespräch auch gerade mit denen, die im Glauben - noch - getrennt sind, und mit denen, die andere Wege im Glauben (oder wie sie es nennen mögen „im Unglauben") gehen. Wir haben es nötig, immer wieder nach dem Grund unseres Glaubens gefragt zu werden. Dieser Grund ist Christus und seine Botschaft.
Auch habe ich erfahren dürfen, dass mir die Kirche die Botschaft Jesu vermittelt hat und ich empfehle deshalb gerade jungen Menschen: sucht Gott in der Glaubensgemeinschaft der Kirche.
Drei Haltungen sind mir selbst wichtig, und ich sehe sie auch für die Kirche und jeden Menschen als hilfreich an: Dankbarkeit, Barmherzigkeit, Zuversicht.

 

 

 


Seelsorgerinnen und Seelsorger in Heilig Geist

Ärmer geworden sind wir mit dem Tod von Pfarrer Hoffmann um die Erfahrung des Alters und manches mehr. Dennoch treffen Sie weiterhin in unserem Team aus Priestern, einem ständigen Diakon und einer Gemeindereferentin auf unterschiedlichste vorherige Erfahrungsfelder und je verschiedene Menschen, die alle geeint sind durch den einen Glaube und eine gute Zusammenarbeit!

Das Leben und die Arbeit in der Kirche und in dieser Gemeinde machen uns Freude. Wir hoffen, auch Ihr Anliegen beantworten zu können.

Wenn Sie Fragen haben, Anregungen geben möchten oder ein Gespräch wünschen: Bitte melden Sie sich bei uns.


Pfarrer Dr. Dr. Markus Jacobs

 

Pfarrer Dr. Dr. Markus Jacobs

pfarrer.jacobs@hgbi.de

0521/101643


 




Pastor Hans-Jürgen Kötemann

0521/884058

 

 




 


Gemeindereferentin Frau Mechthild Grunenberg

 

Gemeindereferentin Frau Mechthild Grunenberg

gemeindereferentin@hgbi.de

0521/109622

 

 

 




 

Ständiger Diakon Joachim Langer

diakon.joachim.langer@t-online.de

05203/9176675

 



Pfarrer Norbert Nacke

St. Jodokus, Klosterplatz 1

info@stjodokus.de

0521/16398300



Pfarrer des Pastoralverbundes katholischer Pfarreien in Bielefeld Mitte-Nord-West, zu dem die Pfarrei Heilig Geist gehört, ist Pfarrer Norbert Nacke:

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